Ford Capri

Aus LudolfsLexikon

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Ford Capri aus der ersten Folge "Der Scheunenfund"
Der Ford Capri, von der ersten Generation dieses Fahrzeuges wurden 784.000 Stück gebaut und im Inland davon 244.000 Stück verkauft.
Einen davon haben die Brüder Uwe und Manfred "zufällig" beim Abholen eines RO 80 entdeckt und dann sofort mitgenommen. Was heißt mitgenommen, Uwe musste noch ein wenig "Kleingeld" aus der Arbeitshosentasche hervorkramen, aber 1.000 Euronen hat man ja immer dabei, oder?. Jedenfalls wollen die beiden ihrem Brüderlein Peter eine Freude machen und schleppen den Capri auf den Firmenhof. Beziehungsweise stellen ihn erst einmal vor das Tor, um ihrem Peter die Möglichkeit einzuräumen, das Fahrzeug zu sehen (bevor er die Treppe runterkommt und dann einen großen Grund zur Freude hat).
Also der Capri steht jetzt so rum, Peter freut sich und die Kiste läuft nicht. Aber kein Problem für Uwe und Manni, Luftfilterdeckel ab, eine große Spritze mit Sprit gefüllt und dann während des Startens die Brühe in den Vergaser gespritzt. Schau an, der alte V4 springt sofort an. Das Wunder von Dernbach ! Soviel zum Thema Freude und Motor. Jetzt kommt Mannis Auftritt und für Sie beginnt eine kurze Einweisung in die geheimnisvolle Welt des Manfred Ludolf, des Restaurators.
Folgen Sie den Gedanken und Tätigkeiten von Manni und Sie werden sich wahrscheinlich danach entschließen, sich einen Ford Capri 1 irgendwo zu besorgen um diesen nach "Manniart" zu bearbeiten.
Nun denn, fangen wir an.
Zuerst lesen auch Sie in aller Ruhe eine uralte Autozeitung und debattieren mit anwesenden Familienmitgliedern über längst vergangene Zeiten und längst verrostete Fahrzeuge. Aber auch die schönste Diskussion muss einmal zu Ende sein und Sie begeben sich auf Ihren Hof, wo der Capri jetzt mittlerweile stehen sollte.
Fangen auch Sie am besten am Heck des Fahrzeuges an, irgendwelche Teile ab zu montieren (jedenfalls Manfred L. macht das so). Einen Kreuzschraubendreher benötigen Sie zum Beispiel, um die Rückfahrleuchten mitsamt deren Chromblende unter der hinteren Stoßstange abzuschrauben . Manni macht das mit links (klar, er ist ja "Linkshänder") und die Leuchte fällt nach vorn, macht aber nix, sie hängt ja noch am Stromkabel und die Blende fällt ihm entgegen, also auf den Boden. Stellen auch Sie, wie Rückfahrleuchtendemontagelinkshänder Manfred L. erschrocken fest, dass sich Rost unter der Stoßstange befindet. Also muss der Rost weg und somit die hintere Stoßstange ab. Haben auch Sie dieses geschafft, wenden Sie sich der Front des Fahrzeuges zu. Hier werden Sie sehen, dass die vordere Stoßstange auch bereits nicht mehr am Auto ist... Entweder noch ein Wunder, oder die hintere Stoßstange hatte sehr lange Schrauben, die bis vorn (durch das Fahrzeug) durchgingen und somit die vordere Stoßstange ebenfalls dadurch befestigt war (eher unwahrscheinlich, aber die vordere Stoßstange war ab...). Auch hier hat die Korrosion schwer gewütet und Sie schreiten mittels kleinem Winkelschleifer zur Rostentfernung. Schutzbrille auf (kann auch eine Kindertaucherbrille sein), Flex an und ran an den Rost. Da fliegen de Fetzen! Für die Ecken und Kanten, welche Rostbefall aufweisen, benutzen Sie, wie Rostentferner Manfred L. eine blaue Bohrmaschine mit einem steinernen Korrosionskiller. Ist auch Ihnen aufgefallen, dass der Außenspiegel an der Fahrertür nicht verchromt ist und dies nicht stilecht aussieht? Dann könnte ja ein momentan zur Restaurierung nicht benötigtes Familienmitglied auf die Suche nach einem anderen Spiegel gehen. Irgendwo in den unendlichen Weiten einer Ihrer Lagerhallen, wird sich schon so was finden... Oder auch nicht. Bis der Spiegelsucher soweit ist, nehmen Sie und Ihr Helfer eine rosafarbene Decke, einige alte (oder neue) Tageszeitungen und kleben fast das ganze Auto rund um den Außenspiegel ab. Warum? Ganz einfach. Sie haben sich entschlossen, mittels Sprühdose mit silberner Farbe (Felgenlack eignet sich hier vorzüglich) den Spiegel am Fahrzeug umzulackieren. Bis der Spiegelsucher wieder da ist, sind Sie und der Spiegellackierhelfer längst fertig und der Spiegel sieht echt toll aus (sagte Uwe).
Es ist nun an der Zeit, die Spachtelmassedose zu öffnen, bei den Brüdern Ludolf werden dafür zwei Mann benötigt und ob Sie das alleine schaffen, bleibt offen. Apropos offen, unter Zuhilfenahme einer Beißzange gelingt Uwe das, was für Manni scheinbar unmöglich war, er hat den Deckel der Spachtelmassedose ab! Klasse, ein Fall für einen echten Mann. Wahrscheinlich gibt auch Manfred vor dem Capriroststellenspachtelvorgang Härter zur Spachtelmasse und verrührt beides, Sie sollten dies jedenfalls tun. Ansonsten wird das nichts mit harter Masse... Also ein blaues Plastikspachtelchen geschnappt und lustig drauflosgespachtelt. Allerdings sollten Sie sich die Arbeit machen und die Stoßstangenhalter abschrauben. Manni hat dies nicht getan, wahrscheinlich spachtelt und schleift er gerne um solche Hindernisse herum. Irgendwann im Laufe der Zeit wird wohl auch Ihre Spachtelmasse getrocknet sein und Sie können, wie Manfred L. mit Schleifpapier per Hand die Masse abschleifen und somit wieder (einigermaßen) die ursprüngliche Form des Bleches herstellen. Wie sagte Manni bei dieser Aktion: "...eigentlich nehme ich ja Zinn zum Spachteln. Da darf man aber keinen Blechmeißel oder Plastikmeißel nehmen, da muss man einen Holzmeißel nehmen. Spachtelmasse hält nur für eine kleine Ewigkeit, so ca. 10 Jahre oder 8 Jahre. Zinn kann 40 bis 50 Jahre leben...".
Andere Mitglieder Ihres Clans können sich derweil mit der Essensvorbereitung beschäftigen. Hier bietet sich Chefkoch Peter L.´s "Nudel mit Dosengulasch" an.
Als nächstes sollten Sie den, wie von Zauberhand bereits vorn und hinten "abgeklebten" Capri rückwärts auf Ihre Hebebühne (haben sie doch bestimmt, oder?) fahren, um den alten Ford von unten zu besichtigen. Lenkung, Bremsbeläge, Auspuff, Blattfedern, Bolzen der Lenkung und Hauptrahmen o.k.? Na dann kann ja wieder munter drauflosgespachtelt werden, wenn zuvor der kleine Trennschleifer fröhlich sein Werk vollbracht hat. Nun erleben wir das dritte Wunder von Dernbach an diesem Fahrzeug: Die Vorderfront ist lackiert! Sollte solch ein geheimnisvoller Selbstlackierungsvorgang auch an Ihrem Capri während des Schleifens stattfinden, bitte sofort bei uns melden !!!!!!!!
Als nächstes nehmen Sie einen Schraubendreher (auch Schraubenzieher genannt) und montieren eine Radkappe ab. Warum? Keine Ahnung. Jedenfalls lassen Sie mal eine Radkappe fliegen, das macht Spaß !
Jetzt ist Schluss mit dem Schleifen und Spachteln, jetzt bekommt der Ford Unterbodenschutz auf´s Hinterteil! Benutzen auch Sie hierfür einen breiten Pinsel mit rotem Griff, bevor dann eine kleine Farbenwalze zum Einsatz kommt. Das gibt, laut Aussage von Farbwalzenfan Manni, einen Hammerschlageffekt und wird Seidenmatt.
Während andere Familienangehörige den Gemeinschaftsraum bewachen und alte Autozeitungen lesen, welche sich auf einem der Tische neben großen Schraubzwingen, grünen Plastikbechern, einer Taschenlampe und Kirschsaftpäckchen befinden, können Sie und Ihr Helfer ja schon mal die hintere Stoßstange an den Capri schrauben. Soweit, so gut. Allerdings braucht der Lack des Autos noch ein wenig Pflege, was natürlich Lackspezialist Manfred Ludolf zu einer wahren Polierorgie anreizt. Machen Sie es ihm nach und ergötzen Sie sich hinterher an diesem herrlichen Glanz des Autolackes! Sie sollten als erstes darauf beharren, dass Ihr Helfer Ihnen einen grünen Plastiksack voller alter Lappen bringt. Sollte sich in dem Sack auch noch Polierwatte befinden, weg damit, die gehört in den Mülleimer (sagt Manni). Am besten sind Mikrofasertücher zum polieren, auch alte Wolllumpen kann man nehmen, so Politurfreak Manfred L. Vor dem Polieren muss der Wagen aber gewaschen werden und zwar mittels kleinem Wassereimerchen mit geheimnisvollen Waschsubstanzen. Zum Abspülen des Waschwassers benutzen Sie die beliebte grüne Gießkanne. Endlich geht´s an das Polieren und Manfred gibt auch hier wieder wertvolle Tipps: "Wenn der Wagen schon gewachsen ist (O-Ton Manni L.), Kokosmilchfett drüber. Also mit einem Mikrofasertuch und Kokosfett richtig einschmieren".
Fantastisch!
Alles fertig! Nun noch schnell einen Kanister Benzin geholt (bitte darauf achten, dass es sich um verbleiten Sprit handelt, die Herren Ludolf haben bestimmt auch noch einige hundert Liter verbleiten irgendwo gelagert...), einfüllen und es könnte losgehen. Wenn, ja wenn nicht der Familienromantiker, hier Peter L. unbedingt seinen Nostalgiedrang ausleben muss und einen "Wackeldackel" auf der Hutablage braucht. Also muss so ein kopfwackelnder Waldi her (findet sich auf jedem gutsortierten Altfahrzeugabstellplatz in einem anderen Fahrzeug) und muss nach Auffinden von mindestens zwei gestandenen Männern "eingerichtet" werden. Einer im Capri und einer hinter dem Wagen, klare Anweisungen, wie: "links, nein, rechts, ja und jetzt ein bisschen vor, halt, fast gut. Vielleicht noch ein wenig nach hinten, ja, so ist es toll", sollten dem Wackeldackel bis zur ersten Kurvenfahrt einen schönen Platz auf der Hutablage sichern.
Auch die Aussage von Peter: "Der sieht mit seinen Schlappohren aus wie der Uwe", könnten Sie gegenüber Ihrem Helfer einbringen.
Nun können Sie Ihren Capri 1 auf eine beliebige Teststrecke bringen und ihm das Letzte abverlangen.