Wenn der Hahn kräht...

Aus LudolfsLexikon

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...auf dem Mist, steht man auf oder bleibt im Bett, wenn man dort gerade ist.
Dies ist keine alte Bauernweisheit, könnte aber eine werden. Mit Bauernweisheiten ist da ja so eine Sache, aber machen Sie doch einfach einmal Urlaub auf dem Bauernhof. Da werden Sie bestimmt einige Bauernweisheiten zu hören bekommen. Dort, wo man gesund lebt und die ständige Nähe zu den Tieren spürt, machen auch drei der Gebrüder Ludolf, nämlich Uwe, Peter und Manni, einen Kurzurlaub. Die Nähe der Tiere spürt auch eines Morgens Peter, als er vom Chef der Hühner, also dem Hahn geweckt wird. Allerdings freut sich Peter L. nicht sonderlich über den gefiederten Wecker und dies äußert er durch lautstarken Protest. Ungekämmt steht er auf dem Balkon der gemieteten Ferienwohnung und verkündet seine Abneigung gegen den Hahn: „Mann oh Meter, Ruhe da du oller Hahn. Am frühen morgen schon aufstehn. Mann oh Meter, kannste einen nicht schlafen lassen? Frechheit!“(O-Ton Peter L). Während dieser Ausführungen bezüglich seiner negativen Einstellung zu diesem Geflügel, taucht plötzlich Manni auf, der seine Jugendsportlichkeit schon am frühen morgen durch Lauftraining auf den Feld- Wald- und Wiesenwegen des Urlaubsortes unter Beweis stellt. Auf seinen fröhlichen Gruß an Peter: „ Guten morgen Peter“, erhält er aber von Peter eine nicht sehr freundliche Erwiderung:“ Wo guter morgen? Misserabler morgen! Der Hahn kräht, aufwachen muss ich dann, ich will noch zwei, drei Stunden schlafen!“ Auch als Manni erwidert, dass das Hähnekrähen auf einem Bauernhof halt so üblich wäre, kann sich sein Bruder nicht beruhigen. Weiter geht’s mit Peter Ludolfs Original Aussagen: „Ein Vogel muss „Switzern“, ein Lied vorsingen, aber doch nicht krähen! Komm, komm, ich tu dem den Hals rumdrehen“. Nach dieser durch Gestik noch betonten Aussage begibt sich der ungekämmte „Mecker-Peter“ wieder in seine Unterkunft, um aber alsbald zu den Hühnern in deren Stall zu marschieren. Haben Sie schon einmal die morsche „Tür“ zu einem Hühnerverschlag geöffnet? Peter hat dies hinter sich, zwar unter ächzen und stöhnen, aber es klappt und Peter kann den Verschlag soweit öffnen, dass er seinen „Revue-Körper“ sogar zwischen Mauer und „Tür“ durchzwängen kann. Super, Peter! Jetzt erfolgt eine -mehr oder weniger- freundliche Begrüßung der anwesenden Hühner: „Wo ist euer Hahn? Zeigt mir den, den Lumpi!“. Allerdings scheinen die Hühner den momentanen Aufenthaltsort ihres Chefs nicht preisgeben zu wollen und somit geht Peter der „Hahnenhasser“ eben selbst auf die Suche nach diesem „Bio-Wecker“. „Du Feigling, du bist genau wie der Uwe! Kleiner Frechdachs, große Klappe und nix dahinter. Sei froh, dass ich kein Tier umbringen kann!“ ruft Peter aus, als er den Hahn im Hühnerstall entdeckt (das freut den Vogel bestimmt!). „Dafür bekomme ich aber ein paar Eier von euch “, sagt Eiersammler Peter und wendet sich dem Gelege zu. „Schöne, saubere Eier brauch ich. Ja, die sind schön“, schüttelt ein Hühnerei, horcht daran und erkennt sofort, dass das Ei noch nicht lebt... „Aha, lebt nicht, gut. Eins für Uwe, eins für Manni, eins für Peter und noch eins für später“ ist die original Aussage von Peter und verlässt mit vier frischen, nicht lebenden Eiern (in der Hand), den Hühnerstall. „Bis nachher Jungens und Mädchen. Ist ja nur ein Junge, ist egal. Sehen alle gleich aus nur mit nem Kamm oben drauf...“, sind die Abschiedsworte an die eierlegenden Bauernhofbewohner.
Also, wenn auch Sie mal Urlaub auf dem Bauernhof machen, wissen Sie jetzt, wie Sie sich Hühnern und deren Chef gegenüber zu verhalten haben!

Noch eine kleine Bauernweisheit zum Schluss: „Liegt der Bauer tot im Zimmer, lebt er nimmer. Liegt die Magd regungslos daneben, ist sie auch nicht mehr am Leben!“