Aus LudolfsLexikon
"Die Zeit, sie eilt im Sauseschritt und wir, wir eilen mit!"Dieser Ausspruch trifft auch auf die Brüder Ludolf zu. Aber damit ihnen die Zeit nicht davon eilt, gehen die vier einfach mit der Zeit. Um sich über alle aktuellen Geschehnisse in dieser Welt zu informieren, braucht der moderne Mensch natürlich auch die Medien. Welches Medium dient besser zur allgemeinen Information wie das Fernsehen (ausser dem Derbacher Tageblatt natürlich ?), keines! Um sich aber Global um die Ereignisse dieser Erde zu kümmern, benötigt der Inputfreak eine Satellitenschüssel. Hier kann man mit dem geeigneten "Revieser" (O-Aussage Peter L.), tausend Sender empfangen und Aktion, Natur und schöne Sprachen sehen und hören.
Was liegt also näher, als eine Satellitenschüssel zwecks Empfang der Fernsehprogramme anzubringen? Allerdings handelt es sich bei der neu zu installierenden Schüssel um eine zweite am Ludolfschen Wohn- und Lagergebäude. Warum? Keine Ahnung...
Da die Herren Ludolf ja eine gewisse Vorbildfunktion ausüben, sollten wir es ihnen gleichtun und uns ebenfalls eine Satellitenschüssel zulegen, diese montieren und in Betrieb nehmen. Für dieses Vorhaben sollte man aber nicht alleine sein, sondern mindestens zu viert!
Also, Sie fassen jetzt den Entschluss, sich solch eine Schüssel zuzulegen! Besprechen Sie diese Anschaffung evtl. mit Ihren Familienangehörigen. Dies aber nicht, um bei diesen um Rat oder Erfahrungswerte zu bitten, sondern einfach, um Helfer für die mühselige Arbeit der Installation und Inbetriebnahme bei solch einer schwierigen Prozedur zu haben. Sobald Sie im Besitz einer Satellitenschüssel mit dem dazugehörigen Wandhalter sind, treffen Sie die Entscheidung das heute der richtige Tag zur montage wäre. Also werden Ihre Blutsverwandten sich mit Leitern ausrüsten, Werkzeuge herbeischleifen, Bohrmaschinen mit großen Bohrern bereitlegen und sich Ihren Anweisungen fügen. Da die Satellitenschüssel vor der Wandmontage zuerst am Satellitenwandmontagehalter befestigt werden sollte, stellen Sie einen alten Ford in Ihren Hof. Dieser leistet sehr gute Diente beim zusammenschrauben von Schüssel und Halter, da dessen Dachfläche Eben ist, und die meisten Fordmodelle über eine günstige Dacharbeitshöhe verfügen. Bei den nun tätigen, zusammenschraubenden Monteuren sollte es sich vorzugsweise um die Personen handeln, die gleich darauf auch die beiden Leitern besteigen und die Satellitenschüssel mitsamt dem Satellitenschüsselwandmontagehalter an der Hausmauer befestigen dürfen. Der Befestigungsvorgang erfodert natürlich eine gewisse Fingerfertigkeit und es sollte auch gewährleistet sein, dass mindestens ein Monteur schwindelfrei ist. Die Satellitenkabel können beliebig an der Hausmauer, der Dachrinne oder gar nicht befestigt werden. Hauptsache das Kabel ist lang genug um bis zum Anschluss an die Schüssel zu reichen. Gehen wir einmal davon aus, dass die Schüssel zusammen mit dem Wandhalter tatsächlich an der Mauer hängt (und keiner der Leiterartisten "Die zwei Satellitis" abgestürzt sein), dann kann das bereits genannte Kabel angeschlossen werden. Die Anschlussmöglichkeiten sind relativ gering und deshalb sollte auch Ihnen der Anschluss gelingen. Nicht vergessen, auch am "Revieser" muss das Kabel mittels Stecker angeschlossen werden. Sonst wird es nichts mit dem Empfang der schönen Sprachen! Maßgeblich entscheidend für die korrekte Ausführung der Installations- und Einstellarbeiten ist die professionelle Standortzuteilung der Einsatzkräfte. Also, das jüngste Familienmitglied entsenden Sie zur Leiter, die es zu besteigen hat und mittels Satellitenfinder, den Sie ihm zuvor erklärt und ausgehändigt haben, die bestmögliche Empfangsleistung herzustellen hat. Die zweite eingesetzte Kraft, rekrutiert sich aus dem erstgeborenen der Familie, der seinen Platz auf der Hoftreppe, als erste Relaisstelle zwecks Mitteilungsübertragung einnehmen muss. Um die nötigen Informationen vom "Leitersteiger" über die "Hoftreppennachrichtenübermittlungsstelle" an Sie, der Sie ja im ersten Stock in Ihrem Zimmer vor dem Fernseher den evtl. Programmempfang überwachen, weiterzuleiten, benötigen Sie noch eine Person im Erdgeschoss, die sich, auf einem Bürostuhl-sitzend, befinden sollte.. Diese Person stammt natürlich auch aus Ihrer Familie und muss, wenn nicht gerade eine Marlboro seinen Mund verschließt, eingehende Empfangs- oder nicht Empfangsmeldungen an Sie im ersten Stockwerk mündlich weiterleiten.Das Projekt "Satellitenschüssel" setzt sich dann meist wie folgt fort:
Der Leitermann wird zum Hoftreppenmann die Nachricht übermitteln: "Die Antenne steht einigermaßen gut, frag mal was der Fernsehmann sieht":Hoftreppenmann zum Bürostuhlmann: "Frag mal den Fernsehmann, ob er was sieht, die Antenne steht einigermaßen gut".Der Bürostuhlmann zum Fernsehmann: "Die Antenne steht einigermaßen gut, was siehst Du?". Der Fernsehmann zum Bürostuhlmann: "Was?". Bürostuhlmann zum Fernsehmann: "Ob Du was siehst!". Der Fernsehmann zu Allgemeinheit: "Nein!".
Dieses lustige Spiel kann mehrere Stunden fortgesetzt werden, ohne irgendwelche Ermüdungserscheinungen bei den Beteiligten zu hinterlassen. Ausser der Leitermann fällt zwischendurch immer mal wieder von seinem Sprossengestell.Sollte es tatsächlich irgendwann gelungen sein, ein einigermaßen vernünftiges Bild über den "Revieser" auf den Bildschirm zu zaubern, können alle zufrieden und glücklich sein! Übrigens sollte der "Revieser" sich nicht mehr in seinem handelsüblichen Gehäuse befinden! Es genügt vollauf, wenn der Gehäuseboden und die Gehäusefront noch vorhanden ist. Der Rest wäre purer Luxus und würde nur unnötig die Wärme im Gerät nicht an die Umwelt abgeben!
Jetzt können Sie viele schöne Stunden vor Ihrem Fernsehgerät verbringen und schöne fremde Sender genießen!