Lawinengefahr in Dernbach

Aus LudolfsLexikon

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Eigentlich wollten wir mit einem Eintrag im Lexikon bis zu den neuen Folgen im April warten, aber wem nützt im April noch eine Lawinenwarnung in Dernbach? Niemandem !

Der Westerwald weist ja den einen oder anderen Berg auf, jedoch geht von diesen Bergen eher eine geringe Lawinengefahr aus. Dies verhält sich in Dernbach (bei Dierdorf) etwas anders. Zwar hat der Wohnort der Brüder Ludolf keine Berge, jedenfalls keine, die einem Reinhold Messner als Herausforderung dienen würden, was aber nicht bedeutet, dass es hier keine Lawinen gibt! Jawohl, in Dernbach herrscht in diesem Winter akute Lawinengefahr und dies in erster Linie in der Mittelstraße 2. Wenn man sich das Vordach an der Eingangstür der Autoverwertung Ludolf einmal genauer ansieht (also der Eingang oberhalb der Treppe, welche jeder Ludolf-Fan mindestens einmal in seinem Leben erklommen haben sollte), erkennt man sofort welche Wirkung eine Lawine haben kann. Allerdings handelte es sich hier um eine Dachlawine, welche sich ihren zerstörerischen Weg über das, mit Eternitplatten gedeckte Dach des Ludolfschen Anwesens, ins "Tal" suchte. Welche Urgewalt eine Lawine hat, konnte ja auch schonHannibal im Jahre 218 v.Chr. bei seiner Alpenüberquerung feststellen. Hannibal verlor damals etwa 20.000 Soldaten und eine bislang unbekannte Anzahl an Elefanten. Doch solche dramatischen Szenen, wie vor 2228 Jahren in den Alpen, werden sich wohl kaum auf dem Hof oder der Treppe der Ludolfs wiederholen. Schließlich haben die wenigsten Besucher Elefanten dabei...

Wie wir durch Augenzeugenberichte und eigenen Recherchen vor Ort feststellen konnten, haben die Brüder jedoch schon reagiert und ein, in genormter Klarsichthülle verpacktes, weißes DIN A4 Warnschild mit der Aufschrift: "Vorsicht Dachlawine" am unteren Teil des Treppengeländers mit Kabelbindern für jeden gut sichtbar angebracht. Zumindest ist der Besucher jetzt gewarnt und kann sich mit Sicherungsleinen und/oder GPS- Ortungsgeräten ausgerüstet, auf den Weg zur Eingangstür über die Treppe begeben. Auch der DAV (Deutscher Alpenverein) kann hier nützliche Tipps zum Verhalten vor bzw. nach einem Lawinenabgang geben. Verschiedene Versicherungsunternehmen bieten günstige Verträge an, welche bei Lawinenunfällen Rettungs- und Bergungskosten zum Teil übernehmen. Dies nur zur Info.

Wer sich also im Winter aufmacht, die Brüder Ludolf zu besuchen oder um dort Ersatzteile zu erwerben, der sei vor der fürchterlichen Wirkung einer Dachlawine gewarnt und sollte zumindest den aktuellen Stand der Schneehöhen in Dernbach (bei Dierdorf) beim DWD (Dernbacher Wetterdienst) erfragen. Aufgrund der, momentan doch recht zahlreichen Anfragen dort, kann der Anschluss des DWD besetzt sein, wenden Sie sich in diesem Fall an den Leiter der örtlichen Notrufsäule Puderbach, Herrn Adolph M. Dieser ist ständig über die aktuellen Schneehöhen bzw. zu erwartenden Neuschneemengeninformiert. Woher er diese Informationen hat, entzieht sich leider unserer Kenntnis, evtl. von seiner, mittlerweile sehr gut verheilten Platzwunde am vorderen Schädelbereich, die er sich nach einem feucht-fröhlichen Kappenabend im Jahr 1951 auf dem Heimweg aus der Traditionsgaststätte "Zum Lustigen Westerwälder" durch eine Kollision mit einem Briefkasten der Deutschen Bundespost zuzog. Noch heute dient ihm die verbliebene Narbe als persönliches "Wetterradar", welches ihm jeden bevorstehenden Wetterwechsel oder auch Neuschnee zuverlässig durch interne Klopfgeräusche im Großhirn lautstark anzeigt. Der Briefkasten wurde übrigens 1982 entfernt.

Selbstverständlich haben wir uns einmal erkundigt, welche Möglichkeiten es gäbe, die Lawinengefahr vom Dach des Anwesens Mittelstraße 2 zu unterbinden. Der von uns zu diesem Thema befragte Dachdeckerinnungsaltmeister Wilhelm W. empfahl einen Schneefang anzuschaffen, oder ein Schneefanggitter zu montieren. Jedoch ist dies aus rechtlicher Sicht in Teilen des Westerwaldes nicht so einfach, da hier das Fangen von wildem Schnee vom Gesetzgeber ohne behördliche Fanggenehmigung außerhalb landwirtschaftlich genutzter Flächen nicht gestattet ist. Auch die Dachmontage des bereits erwähnten "Schneefanggitters" bedarf der Zustimmung durch den zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister. Das unerlaubte Anbringen von Gittern, deren Zweck dem Fang von wildem Schnee dient, erfüllt den Tatbestand der Wilderei und ist somit ahndungswürdig. Hier sollte auf jeden Fall der Vorsitzende der zuständigen VdK (Verband der Kreisjägermeisterkameradschaft) über das Vorhaben informiert werden.

Aufgrund der oben aufgeführten Lawinengefahr, ist es dem Besucher der Brüder Ludolf anzuraten, sich einfach auf die gegenüberliegende Straßenseite des Wohnhauses der Ludolfs zu stellen und mehrmals lautstark "Ding-Dong" zu rufen. Ebenso empfiehlt es sich, das Geräusch einer Türklingel nachzuahmen, welche nicht an der Wand befestigt ist. Dies kann durch eine einstimmige, dem Klingelgeräusch ähnliche, und über den eigenen Kehlkopf erzeugte Wechseltonfolge durchaus realistisch nachgestellt werden. Allerdings hat sich im Laufe dieses Winters eine "Klingelimitation" im Zusammenschluss von mehreren Personen durch die daraus resultierende Lautstärkenzunahme als effektiver erwiesen. Evtl. kann die Bildung einer sog. "Klingelgeräuschgruppe" vor Ort geschehen, welche allerdings nach dem Versammlungsrecht zuvor beim Ordnungsamt Dernbach angemeldet werden muss.

Hört sich alles nicht einfach an, isses auch nicht...