Knigge in der Mittelstraße 2

Aus LudolfsLexikon

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Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge, welcher leider am 6. Mai 1796 verstorben ist, also genau vor 214 Jahren, steht noch heute mit seinem Nachnamen als DER Ratgeber in Sachen "Benimmregeln" an erster Stelle.Selbstverständlich weiß auch Manfred Ludolf wie man sich benimmt und natürlich weiß er auch, wie zu einem "Luxus-Essen" (wie sein Bruder Peter die von ihm fast brigettierten Wildschweinfrischlingsfleischstückchen, sowie deren Beilage nannte),der Tisch gedeckt sein muss. Übrigens steht Chefkoch Peter Ludolfs raffiniertes Rezept für dieses "Luxus-Essen" ausführlich im Ludolf-Forum unter "Peter kocht...weiter".

Was ist also. laut Manni bei- und auf dem Tisch zu beachten? Zuerst einmal ist es wichtig, dass der Tisch, welcher bald eine festlich gedeckte Tafel werden soll, abgeräumt wird. Also runter mit dem ganzen Plunder! Ob Aschenbecher, Thermoskanne, blauer Plastikbecher, riesigen Kaffeetassen, Zuckerstreuer oder weißer Büroleuchte, alles muss weg. Nur die Blumenmusterwachstuchtischdecken dürfen liegen bleiben, dann wird der Tisch, oder wie bei den Brüdern Ludolf, die Tische, mit "Spitzentischdecken" aus Venyl belegt. Wie sagt Manni: "Normal nimmt man Seide, oder man nimmt Seide mit Stickereien, so richtig hochteure, aber das reicht auch...". Natürlich gehören auch kunstvoll gefaltete Servietten zu einer noblen Tischdekoratioen! Hier bemüht sich Manfred aus einfachen Papierservietten (ALDI-Nord, 0,99 Cent), mit dezentem grauem Muster bedruckt, die allseits zur Tischdekoration gerne verwendeten "Bischofsmützchen" herzustellen. Also Serviette aus der Plastikverpackung herausnehmen, einmal von Ecke zu Ecke falten und nun versuchen, aus diesem Dreieck ein kleines "Bischofsmützchen" zu basteln, welches man auf den Tisch stellen kann. Ist nicht ganz einfach, doch Manfred findet sofort die perfekte Lösung, damit das Mützchen auch stehen bleibt: Büroklammern! Einfach die beiden hinteren Enden der gefalteten Serviette mit einer Büroklammer verbinden und schon bleibt das Ding stehen.

Wenn jetzt auf den Tischen auch noch lilafarbene Kerzen in schwarzen Kerzenständern stehen, kann es mit der Anordnung der einzelnen Besteckteile losgehen. Selbstverständlich obliegt dies auch gewissen strengen Regeln, wie sie uns Manni verdeutlicht: Sobald das "Bischofsmützchen" steht, wird ein Messer zu dessen rechte Seite gelegt, jetzt den Suppenlöffel links neben die gefaltete Büroklammer-Serviette platziert, dann folgt die Gabel, welche ihren Platz bis zu deren Gebrauch links neben dem Suppenlöffel findet. Zum Schluss kommt, lt. Manfred L., noch der Teelöffel für den Nachtisch neben die Gabel. Auch sollten die Weingläser bereits auf den Tischen stehen. Im Ludolfschen Fall dickbauchige, große Rotweingläser, welche den Abschluss der Tafel des perfekten Schrottler-Dinners bilden. Manni erklärt ganz genau, wie und wann man die einzelnen Besteckteile zu verwenden hat, dazu aber bald mehr in "Hier steht was über Manni drin...", ebenfalls nachzulesen im Ludolf-Forum von ebbel.eu.

Das "Ausrichten" der dickbauchigen, großen Rotweingläser, welche nach Aussage von Manfred immer parallel zu einander stehen müssen, erfordert absolute Konzentration!

"Ja, das Auge isst mit", meint Manni (in Bezug auf die Rotweingläser trinkt das Auge auch scheinbar mit...). Hier Manfreds so genannte "Kniggel-Regeln" (zu Uwe): "Du darfst nicht in der Nase popeln, nicht "kunden" (was "kunden" auch immer sein mag), nicht furzen, gerade sitzen und vernünftig" (O-Ton Manni).

Wurden nun die Kerzen durch eines, im Umgang mit Feuerzeugen geübtes Familienmitglied entfacht, wird sich die Kerzenflamme in den dickbauchigen, großen (noch leeren) Rotweingläsern herrlich widerspiegeln. Romantik pur! Wenn sich alsbald dann auch noch das "Luxus-Essen" auf den Tischen befindet, einfach hinsetzen und das Ambienete gemießen.

Krawatte und Fliege zum weißen (oder gestreiften) Hemd, sollten für ca. 50% der anwesenden Feinschmecker Pflicht sein.

Zu diesem außergewöhnlichen Menü reicht der Kenner Rotwein oder Orangensaft (in dickbauchigen, großen Rotweingläsern...).