Aus LudolfsLexikon
Jahreswechsel bei den Ludolfs
Wie es seit dem 17. Jahrhundert so der Brauch ist, wechselt nach dem gregorianischen Kalender das Jahr am 31.12. um 00:00 Uhr seine Zahl. Das nennt man dann bei uns Silvester. Der Name kommt vom Papst Silvester I, der im Jahr 355 gestorben ist und heiliggesprochen wurde. Hätte der damalige Papst Karlheinz gehießen, würden wir halt am 31.12. „Karlheinz“ feiern und man könnte z.b. lesen: „Heute bei uns, in der Gaststätte „Zum Leberschaden“, findet eine tolle Karlheinz-Feier statt“, oder in der Fernsehwerbung würde man „Karlheinz Feuerwerk im Angebot, auf alles 20%, außer Tiernahrung“ sehen. Ist aber nicht so, der Papst hieß nun mal Silvester und damit basta. Wenn also zum Jahreswechsel „Silvester“ gefeiert wird (hoffentlich kriegt das Silvester, 1654 Jahre nach seinem seligen Ableben auch noch mit…), dann schießen wir Raketen in den Nachthimmel oder werfen mit explodierenden Gegenständen um uns, die dann meist heftig detonieren. Diesen Brauch haben wir deshalb, um böse Geister zu vertreiben und denen das „Hineinschlüpfen“ ins neue Jahr zu vermiesen. Auch kann man diese pyrotechnischen Kleingranaten sehr gut dazu verwenden, Briefkästen zu sprengen, Hund und Katzen zu erschrecken, oder einfach nur um auszuprobieren, wie lange man einen bereits gezündeten Kanonenschlag in der Hand halten kann. In früheren Zeiten wurden die Geister mit Pauken, Trompeten und Rasseln vertrieben. Auch das heftige Schlagen auf Töpfe war sehr beliebt.
Und hier sind wir bei den Brüdern Ludolf angelangt. Schlägt Chefkoch Peter L. mit seinem Plastikrührlöffel (aus Holz) auf umgestülpte Blumenmustertöpfe, oder hämmert er gar mit einer Spurstange auf sein weihnachtliches Gänsebratbehältnis, also den Bräter? Und was machen Uwe, Manfred sowie Horst-Günter an diesem Abend? Fragen über Fragen, welche einer Klärung bedürfen…
Fangen wir mal beim Ältesten der Brüder an, Uwe. Er wird wahrscheinlich mit seiner Familie und Freunden an diesem Abend ein Fläschchen „Jacky“ knacken (für sich alleine) und recht fröhliche Tänzchen aufführen. Ob diese Party allerdings bei sich zu Hause im „Partyraum“ stattfinden kann, ist zu bezweifeln. „Opa Gerümpel“, wie er auch genannt wird, hatte ja den Partyraum mit einigen seiner „gesammelten Gegenstände“ belagert und es ist kaum anzunehmen, dass er (oder ein anderer Familienangehöriger), die Zeit hatte hier auszuräumen. Also wird Uwe entweder bei sich im Haus, bei einem seiner Söhne oder bei Bekannten Silvester feiern. Davon gehen wir einfach mal aus.
Nun zu Horst-Günter, der wahrscheinlich nicht bei irgendwelchen Bekannten sitzen wird und erst recht nicht in einer Gaststätte, da dort ja das Rauchen mittlerweile verboten ist. Günter wird zu Hause hocken, gemütlich irgendwelche Fernsehsendungen schauen, ab und zu die Mikrowelle mit schmackhaften Fertiggerichten beladen und dem Jahreswechsel „entgegenrauchen“. Unter dem Motto: „Immer mit der Ruhe, es wird schon 12 Uhr…“.
Jetzt wird´s interessanter, nämlich bei Peter. Da Peter ja äußerst ungern das Haus verlässt, wird er sich, auf seinem Sessel relaxend durch hunderte Programme von seinem „Revieser“ zappen und zwischendurch mal die eine oder andere Tüte Chips oder Tafel Schokolade in Verbindung mit Cola runterspülen (oder mit einem Gläschen Wein oder Bier?). Auch wäre es denkbar, dass er für sich und Manni ein kleines „Silvestermenü“ zubereitet. Evtl. Nudeln, Kartoffelsalat oder „Weinkraut “? Der Westerwald gehört ja zu Rheinland-Pfalz und dort isst man (angeblich) sehr gerne Sauerkraut und trinkt Wein dazu…Eigentlich ist Weinkraut genauso wie Sauerkraut, nur ein bisschen anders (also mit Wein oder „Cidre“ angekocht, aber viel Unterschied ist da nicht). Ob Peter natürlich nach dem weihnachtlichen Familientraditionsessen (mit Rotkohl, der 24 Stunden köcheln muss…), noch Lust hat, sich wieder „stundenlang zum Zerschnippeln“ von Weißkraut in die Küche zu stellen, ist eher unwahrscheinlich. Evtl. macht er einen kleinen Eimer Kartoffelsalat, den Manni zuvor bei REWE in Dierdorf geholt hat auf und es gibt ein paar Würstchen aus dem Glas dazu (hat er vielleicht noch übrig vom „Burgruinenessen“…).
Tja, wer fehlt noch? Na klar, Manfred! Den immer aktiven und einfallsreichen „Yougtimer“ der Ludolfs, wird es wohl kaum lange vor dem Fernseher halten. Man könnte sich gut vorstellen, dass Manni bis zum Einbruch der Dunkelheit erst mal Neujahrswünsche von Fans (also Freunden), die schnell im „alten Jahr“ noch mal in die Mittelstraße gefahren sind, entgegennimmt und diese dann per Handschlag ins neue Jahr entlässt. Da Manfred ja schon einmal eine „Rakete“ gebaut hatte, um irgendwelchen Außerirdischen ein Beweisfoto über die Existenz der Brüder Ludolf zu senden, wäre es durchaus denkbar, dass er auch an Silvester so ein Ding bastelt. Genügend Material zum Bau einer unbemannten Rakete hat er ja. Wie sagte er bei der Herstellung des letzten „Fluggerätes“: „ Ich brauch einen festen Körper, Treibstoff, festen oder flüssigen, eine Zündstation und eine Sache, wo ich die Sachen reinstecken kann, dass sie nicht entzündet oder verbrennt, meine Nachricht“. Also brauchte er ein altes Auspuffrohr (hat er ja genügend), einige Feuerwerksraketen (haben Autoverwerter immer vorrätig), silberne „Flügel“ (Heizungsdämmplatten, evtl. für den Ölofen), einen Christbaumständer (als Raketen-Abschuss-Basis). Als Zündstation dient ihm natürlich seine selbstgebaute Airbag-Sprengvorrichtung. „Flügel an das Auspuffrohr, Feuerwerksraketen rein, Foto in die rote Spitze (woher er auch immer diese Raketenspitze hatte) und dann die, per Sprühdose lackierte Rakete auf den Christbaumständer montiert. Punkt 00:00 Uhr könnte dann Manfred in seine „Airbagsprengwarntröte“ blasen, seine Rakete in die Luft schießen und dann zusammen mit Peter den Kartoffelsalateimer öffnen. Evtl. hätte Chefkoch Peter L. ja die Würstchen in einem mittleren Blumenmustertopf (ohne Deckel, sonst platzen die Dinger auf) erwärmt und beide würden vor dem Fernsehgerät fröhlich „schmausend“ ins neue Jahr starten.
Was die Brüder aber an Silvester machen, wissen wir nicht und es geht uns auch nichts an !