Horst-Günter und Mittagessen?

Aus LudolfsLexikon

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Der Supergau im Hause Ludolf wäre wohl, wenn Nikotinjunkie Horst-Günter mit seinen Brüdern an einem der Tische sitzen und zusammen mit seinen Brüdern essen würde.

Dieses Ereignis wird wohl noch sehr lange auf sich warten lassen, aber man kann sich ja schon mal Gedanken darüber machen.

Die erste Frage wäre, welches Gericht von Chefkoch Peter L. könnte Horst-Günter dazu bewegen, sich an der gemeinschaftlichen Nahrungsaufnahme zu beteiligen?

Sollten es "Heinzelmännchen" sein, oder Nudeln mit scharfer Soße? Oder mag Horst-Günter lieber die "süße Küche"?

Wie ja schon bekannt, zieht er es wohl eher vor, sog. "Madeleines" zu essen, wenn er sich schon mal zum Kauen durchringen kann.Hier die nächste Frage: Was sind eigentlich "Madeleine" ? Natürlich hätte darauf Uwe Ludolf sofort eine Antwort: "Madeleine" sind eigentlich zwei Wörter. Einmal "Madel", und was ein Madel ist, bedarf wohl keiner Erklärung, und "eine" bedeutet natürlich für jeden "eine" dieser Madel. Also bedeutet "Madeleine" schlicht und einfach: Für jeden ein Madel! Mag Horst-Günter deshalb "Madeleine" so gerne? Diese Frage lässt sich natürlich nicht so einfach beantworten, deshalb fangen wir auch gar nicht erst damit an.

Wie werden "Madeleine" hergestellt? Für Chefkoch Peter L. bestimmt kein Problem, aber wir sollten uns mit diesem Rezept etwas beschäftigen. "Madeleine" ist ein französisches Kleingebäck aus Rührteig, das ursprünglich aus "Commercy" stammt. Der Teig aus Mehl, Puderzucker, Ei, Natron, Zitronenschale, Butter, Rum und Backpulver wird in einem Spritzbeutel in ein Formblech gegeben und erhält dadurch das Relief einer Jakobsmuschel. Das Gebäck ist sehr beliebt und wird auch industriell gefertigt und wird auch in Supermärkten (und das nicht nur im Westerwald) verkauft. Sagt jedenfalls Wikipedia.

Der Schriftsteller Marcel Proust widmet dem Gebäck in seinem Werk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", mehrere Seiten. Übrigens würde das mehrbändige Werk auch teilweise sehr gut auf Horst-Günter zutreffen...

Es gibt natürlich sehr viele "Madeleine" Rezepte, und welches unser Chefkoch Peter L. bevorzugt, wenn er denn mal Madeleines machen würde, wissen wir nicht.Es ist davon auszugehen, dass der Herr der Nudeln und Nutzungsberechtigter der familieneigenen Blumenmustertöpfe sein eigenes, kreatives Madeleine-Rezept hat.

Eigentlich sind "Madeleines" das gleiche wie "Muffins", nur eben etwas anders...

Gehen wir einmal davon aus, dass Chefkoch Peter L. einen "Haufen" Madeleines für seine Brüder (und sich) hergestellt hat, und diese Berge nun auf den Tischen Platz fanden. Als Mittagessen eignen sich die französischen Küchlein allerdings nicht und somit wird Uwe sich auch nicht mit dem Backwerk zufrieden geben. Für ihn bestünde dann natürlich die Möglichkeit, eine kleine Wanderung zum Schlemmerimbiß zu machen.

Aber es geht hier ja nicht um Uwes gesegneten Appetit, sondern um die Nahrungsaufnahme des Mittagessenverweigerer Horst-Günter. Nachdem schon eine Vitamintablette, aufgelöst in Fanta, und einige große Tassen Instantkaffee den Weg zum Magen des Berufstelefonisten gefunden haben, sollte sich die Nahrungsmittelpforte nun auch für etwas anderes öffnen. Oder ist Horst-Günter vielleicht etwas Kaufaul? Bei den "Madeleine" gibt es nicht viel zu kauen und wenn doch, kann man das Gebäck immernoch in Kaffee oder Tee einweichen. Sobald also die Küchlein auf den Tischen stehen, könnte es mit dem Essen losgehen, wenn da nicht Mannis Bedenken wegen der Zutaten wären...

Woher stammen die Eier, woher das Mehl, war die Zitronenschale gespritzt, ist Puderzucker gesund und wieviel Rum ist da "drinne"? Fragen über Fragen. Wenn schon tatsächlich Eier in den Teig müssen, dann aber nur freilaufende, alles andere wäre nicht im Sinne des gesundheitsbewussten Bio-Freaks. Stammt das Mehl auch aus reinem biologischem Getreideanbau? Sollte dies nicht der Fall sein, dann muss sich die Zutatenmischung eben ändern.Also nur noch handgemahlenes Öko-Mehl Mehl vom Bioladen ! Zitronen, welche "gespritzt" wurden, dürfen auf keinen Fall in den Teig. Das Spritzen von Zitrusfrüchten, welche in der Mittelstraße bei den Ludolfs auf die Tische kommen sollen, muss gesetzlich verboten werden! Also sollte auf jeder Zitrone ein Aufkleber sein, auf welchem steht: "Diese Zitrone ist nicht gespritzt und eignet sich somit zum Verzehr von Herrn Manfred Ludolf !".

Ob Puderzucker unbedingt gesünder ist, als normaler Zucker, da scheiden sich die Geister. Über den Rumgehalt in den Madeleine lässt sich streiten. So manches Familienmitglied nimmt überhaupt keinen Alkohol zu sich, der andere ab und zu. Ob natürlich solch eine Menge Rum im Teig sein sollte, dass man nach dem Genuss eines solchen Kleingebäckteilchens seine Hacke hat, bleibt offen...

Aber egal, hauptsächlich wäre es wissenswert, ob sich Horst-Günter überhaupt an diesem Mittagessen beteiligen würde, das heißt, ob er mitessen würde.

Die Möglichkeit bestünde zumindest...