Die Ludolfs grillen für Stern-TV

Aus LudolfsLexikon

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Wenn auch bei Ihnen mal wieder der Arbeitstag kein Ende nehmen will und das ständige Schrottfahrzeug-Zerlegen irgendwie langweilig wird, dann sollten Sie entweder literweise Instantmilchzuckerkaffee trinken und rauchen was die Lunge aushält, oder einfach auf Ihrem Holzstühlchen einschlafen. Ab und zu wird Ihr Telefon "bimmeln", aber Sie müssen ja nicht unbedingt das grüne Knöpfchen mit dem Hörersymbol drücken. Lassen Sie es doch einfach klingeln, irgendwann hört es von selbst wieder auf.

Allerdings könnte einer der Anrufer auch ein Produzent von RTL sein und dieser möchte mit Ihnen und Ihren Familienangehörigen für Stern-TV mal ein kleines Filmchen drehen. Ein kleines Filmchen, also eigentlich ein kleines "Vorspännchen" als kleine "Einlage" einer Reportage über Nahrungsmittel. Könnte so sein, muss es aber nicht.

Also eine Gewissensfrage, ob jeder Anruf von Ihnen (oder Ihrem Telefonisten) angenommen wird oder nicht. Sollte es aber soweit kommen, dass eine Übereinkunft zwecks Termin mit dem Filmteam zustand kommt, dann teilen Sie das Ihren übrigen Clanmitgliedern irgendwann so nebenbei mit. Es interessiert die bestimmt auch, was so demnächst alles auf dem "Drehplan" steht. So könnte das bei der "Dernbacher Ludolf-Bande" ausgesehen haben und so kann es auch bei Ihnen geschehen! Sollten Sie sich dann also mit dem Produzenten einig werden und auch ein Termin für den "Dreh" zu finden sein, lann es losgehen. Am festgelegten Drehtag werden die Herrschaften von RTL dann vor Ihnen stehen und was erzählen oder machen Sie denn jetzt? Für die Brüder Ludolf war das wohl kein Problem, die haben ja genug Erfahrung und Filmmaterial im Laufe der vergangenen Jahre gesammelt. Aber wie sieht es bei Ihnen aus? Haben auch Sie genügend "Material" für einen "Reportagen-Zusammenschnitt"?

Aber klar, denken Sie wohl jetzt. Wir haben ja noch die wunderschönen Videos von irgendwelchen Kindergeburtstagen, auch Omas achtzigstes Wiegenfest haben wir auf Kasette und ein paar Röntgenbilder von Ihrem letzten Bandscheibenvorfall sind auch noch da. Das dürfte wohl reichen. Macht es aber nicht!

Diese "Sensationsreporter" wollen alles von Ihnen und Ihrer Kochkunst wissen. Also begeben Sie sich mit ihnen zusammen in die Küche und bruzzeln für die Herrschaften mit den Kameras irgendwas zurecht. Sollte Ihnen gerade eine kulinarische Lücke im Kurzzzeitgedächtnis entstanden sein und Ihnen fällt beim besten Willen nichts ein, was Filmreif wäre, besinnen Sie sich doch auf den reichen Gaumenschmaus-Erfahrungsschatz von Chefkoch Peter L. Wenn nötig blättern Sie ein wenig in dessen Kochbuch (Peter kocht ;-)) und ruck-zuck werden auch Sie die fantastischsten Nudel- und andere herrliche Mahlzeiten zaubern! Blumenmustertöpfe, ein gelbes Nudelabtropfsieb, einen Wandwasserboiler sowie weiteres, unbedingt benötigtes Küchenwerkzeug werden Sie sich im Laufe der Zeit (und der Ludolf-Folgen) ja wohl zugelegt haben.Tief beeindruckt werden die Filmleute Ihre Kameras nach Ihrer Vorführung zusammenpacken und ehrfürchtig das kulinarische Wunderland, also Ihre Küche, verlassen. Jetzt haben Sie denen mal ordentlich gezeigt, was man in einer Küche so alles machen kann (Nahrungsmitteltechnisch gesehen, jedenfalls...). Reicht es der Mannschaft vom Sender noch immer nicht, so schlagen Sie einfach vor, zusammen in die schöne, herrliche Natur zu fahren um dort schmackhafte Grillwürste und Steaks in toller Umgebung zu kreieren. Natürlich benötigen Sie hier ein wenig Vorbereitung, um die folgende Grillaktion planmäßig durchführen zu können. Schleppen Sie, zusammen mit zwei weiteren Familienzugehörigen Darstellern folgende "Utensilien" zu Ihrem Transportfahrzeug, (welches gerne ein alter Opel Rekord sein darf) :  

2 x Holzkohle im handlichen Tragebeutel (2,5 kg Beutel, also insges. 5 kg sollten für den Anfang reichen)

1 x Grillrost (rund, ca. 50cm Durchmesser, neu und glänzend)

1 x Plastiktragetasche (Aufdruck "REWE", reichlich befüllt)

1 x Überbrückungskabel (nicht zu geringer Kabelquerschnitt ! )

1 x 12V Autobatterie (brauchen Sie aber nicht zu schleppen, ist schon im Opel drinnen)

Stahlwolle (reichlich, gibt es im Stahlwollefachhandel oder bei OBI)

Heu (trocken, ebenfalls reichlich, evtl. vom Tierzubehörfachmarkt oder wieder bei OBI)

1 x Grillgabel (die zweizackige, eigentlich die, welche Sie immer beim Grillen benutzen)

3 x Pappteller (aus der günstigen 5.oooer Sparpackung)

3 x Plastikgabeln (welche sich schon unter geringer Wärmeeinwirkung bis zur Unkenntlichkeit verformen)

Servietten oder Küchenrollen (Menge beliebig)

Natürlich soll ja auch was auf den glänzenden, runden Grillrost gelegt werden und zwar:

5-14 Bratwürstchen (dünne, ca. 14,5 cm lange Brühwürstchen, abgepackt oder frisch vom Metzger)

2 Steaks (nicht zu groß, also Ludolf-untypisch, gerne etwas durchwachsen)

Verzichten Sie auf jegliche Art von Grillsoßen, Senf oder Ketchup. Sie wollen ja im Gemeindewald keine ausschweifende Party feiern, sondern nur für Filmaufnahmen Ihre Fähigkeit als "Freiluftkoch" unter Beweis stellen. Sie und zwei Ihrer (vorzugsweise männlichen) Familienangehörigen, also die drei Männer vom Grill, begeben sich zusammen mit den Leuten vom Film in die bislang unberührte Natur und zeigen denen mal, wie lecker man inmitten von Brennnesseln ein schönes Feuerchen zwecks Mahlzeitzubereitung machen kann.Da hierfür ja nicht unbedingt drei Personen benötigt werden, rekrutieren Sie zur allgemeinen Erheiterung Ihren jüngsten "Mitgriller", um ihn diese verantwortungsvolle Tätigkeit gewissenhaft ausführen zu lassen. Dieser wird nun die Stahlwolle dankl der mitgebrachten 12V Batterie über ein Starterkabel zum glühen bringen und wenn die Stahlwolle irgendwann rötlich wird, sollte er das trockene Heu darüber legen. Nun kann sich unter erheblicher Rauchentwicklung sogar bald das eine oder andere Flämmchen zeigen. Bis das Lagergrillfeuer sich richtig entzündet hat, können Sie der, dank der produzierten Rauchsäule herbeigeeilten Feuerwehr erklären, dass Sie nur fürs Fernsehn ein paar Würstchen grillen und es sich hier (noch) nicht um einen größeren Waldbrand handelt...

Wenn dann alle Löschfahrzeuge wieder abgerückt sind, werden Sie feststellen, dass während Ihrer Erklärungsphase gegenüber des Feuerwehreinsatzleiters, der glänzende Grillrost, beladen mit Würstchen und Steaks schon auf dem Feuer liegt. Lassen Sie Ihr ältestes Familienmitglied die Rolle des Grillmeisters übernehmen und wenn diesem die dünne Grillwurst beim entnehmen vom Grill in die Asche oder auch ins Gras fällt, liegt das an der Instabilität der von ihm benutzten billigen Plastikgabel. Auch die im Gras bislang lustig wandernde Ameise, die jetzt am runter gefallenen Wurststückchen klebt, sollte Ihren "Grillmeister" nicht vom Verzehr der Wurst sowie der Ameise abhalten. Für Sie gibt es natürlich ein Steak! Ein gestandener Mann wie Sie es sind, gibt sich doch nicht mit einer halb verbrannten, schlabberigen Brühwurst ab! Wenn das Fleisch außen schon schwarz und innen noch roh ist, werfen Sie es einfach noch mal auf den Grillrost, so löste Peter Ludolf das Rohfleisch-Problem ebenfalls. Sind dann die Kameramänner (und Kamerafrauen?) zufrieden und auch der Produktionsleiter gab seinen Segen, räumen Sie den ganzen Plunder zusammen und üben den vorbeugenden Brandschutz durch entleeren Ihrer Blase über dem glimmenden Feuerchen zusammen mit Ihren Brüdern aus. Feuer aus, zum Abmarsch fertig!

Und Horst-Günter sitzt allein zuhaus,

will nicht in den Wald hinaus!