Aus LudolfsLexikon
Wisst Ihr noch... wie Peter und Uwe das "Dosenbierhähnchen" zubereiteten? Hier mal eine Erinnerung daran, wie es war, als Chefkoch Peter L. uns mit seinen Texten und natürlich seinen Rezepten an den Ludolfschen Kochkünsten teilhaben ließ. Rezept Nr. 20 aus "Peter kocht....weiter", "Dosenbierhähnchen".
Wieder einmal ein sonniger Tag bei den Brüdern Ludolf. Die vier Mitglieder des Dernbacher Schrott-Kollektives gehen ihrer meist friedvollen und umweltfreundlichen Tätigkeit des Kfz.-Ausschlachtens und Handeltreibens mit gebrauchten Fahrzeugteilen nach. Zur Zeit befindet sich ein BMW auf der "Schlachtbank", also der Hebebühne. Übrigens teilt uns Manni hier mir, das "BMW" eigentlch eine Abkürzung ist, und "Brot Mit Wurscht" heisst.Während Uwe und Manfred das "Wurstbrot" zerlegen, gehen Horst-Günter und Peter ebenso ihren täglichen Beschäftigungen nach. Günterchen raucht, trinkt Kaffee, telefoniert, Peter hält die Äuglein geschlossen und schnarcht ein wenig auf seinem Stühlchen vor sich hin. Als jedoch ein Anrufer aus England nach Ersatzteilen für einen "57er Borgward" fragt, ist Peter plötzlich wieder hellwach! Schnell ist klar, der nette Engländer, der so gut englisch spricht, wie Peter dies seinem Bruder Horst-Günter mitteilt, sucht einen "Ramboß". Jedenfalls wird der Kühlergrill vom Dernbacher Ersatzteil-Schamanen Peter so genannt. Er meint damit einen "Rhombus", welcher eigentlich die viereckige Raute am Kühlergrill des Borward ist. Aber egal, ER weiß schließlich was er meint und das genügt (ihm). Dieses Teil, also der gesamte Kühlergrill befindet sich natürlich in, oder auf irgendeinem Haufen der Ludolfschen Ersatzteilhallenhaltung.
Peter möchte aber den "Ramboß" nicht mit der Post nach England senden und deshalb beschließen alle vier Brüder das Teil persönlich nach England zu bringen... Aber stilecht in einem, von ihrem Kumpel "Borgward-Lothar" geliehenen Borgward Isabella! Uwe und Manni werden von Peter beauftragt, die "Isabella" abzuholen und während der Fahrt zu "Borgward-Lothar" erklärt Manni, dass es in England warmes Bier gäbe, welches Guinnes hieße, in einem Pub getrunken würde und dunkel sei. Auch trinke man dort "Kotsche", was bei Uwe sofort Aufmerksamkeit erregt, weil er "etwas anderes" verstanden hatte... Peter erklärt während dessen im Gemeinschaftsraum seinem "Günterchen", dass die Mutter der Queen in England sehr lustig, und somit ein richtiger Mensch war. Auch dass die Engländer gerne Tee mit Milch oder Pommes trinken, sowie "Fritschi Potzi" oder "Fritzen Fotzi" essen (Original-Aussage Peter Ludolf!!), erfährt Horst-Günter. Eigentlich meinte Peter ja Fish & Chips mit irgendeiner Soße... Und schon stehen Uwe und Manni mit dem Borward von Lothar vor der Tür. Scheinbar ist alles schnell gepackt und verstaut (wo auch immer, in der "Isabella" jedenfalls nicht) und los geht die lustige, verregnete Fahrt nach England. Doch zuerst müssen die vier einen Autofriedhof in einem dunklen Wald besuchen. Nach diesem denkwürdigen Abstecher geht´s weiter zur Übernachtungsmöglichkeit in einem Wohnwagen. Also eher ein Bungalow, in welchem sich die vier Reisenden erst einmal zur Nachtruhe begeben. Aber auch die schönste belgische Nacht ist mal vorbei und jetzt ist erst einmal ein "Freiluftfrühstück" für Uwe, Peter und Horst-Günter angesagt (Manni rennt ja durch die nahegelegenen Dünen...). Was braucht man eigentlich, um ein belgisches Freiluftfrühstück vor seinem Wohnwagen zu machen? Hier mal eine Zusammenstellung der benötigten Dinge, wenn Sie auch mal Frühstück fünf Meter neben einer Campingplatz-Durchgangsstraße machen wollen:
4 x Kunststoffstühle (weiß)
1 x Kunststofftisch (weiß, oval)
1 x Blumenmusterwachstuchtischdecke
1 x Thermoskanne (blau, mit heißem Wasser, vorzugsweise "Boilerwasser")
1 x Instantkaffee (Glas, von zuhause mitgebracht)
2 x Teebeutel (Kamillen- oder Pfefferminztee)
1 x Milch (Literbeutel, H-Milch, fettarm oder nicht, egal)
1 x Zuckeraufbewahrungsbehälter mit Deckel (kleine runde Plastikdose mit fest schließendem Deckel)
1 x Kaffeelöffel
1 x Kaffeetasse (gelb)
1 x Kaffeetasse (blau)
1 x Essteller (gelb und rund)
Während das Instandkaffeemilchzuckerwassergemisch bereits fertig ist, kann der Tee zubereitet werden, welcher gut durchziehen sollte. Auch können Sie, wie Peter L. Ihren Familienangehörigen noch "Marmorkuchen" anbieten und wenn tatsächlich einer ein Stück möchte, dann säbeln Sie ihm eben eine Scheibe vom Küchlein ab. Aber darauf achten, dass für Sie noch genug übrig bleibt !!! Setzen Sie sich, wie die drei lustigen Frühstücks-Ludolfs vor den Wohnwagen und genießen dann Ihr (wahrscheinlich) erstes belgisches Freiluftfrühstück, während Ihr jüngstes Famiienmitglied irgendwo in der "Gallischen Pampa" asiatische Dehnübungen macht und neue Wanderwege in die Dünen rennt... Wenn all Ihre Angehörigen dann wieder bereit zu neuen Taten sind, fahren Sie doch mal an den Strand, der nicht weit weg sein sollte und donnern mit sog. "Strandseglern" (nein, das sind keine Vögel, sondern Fahrzeuge mit Rädern und Segel !) durch den Sand und auch durch´s (flache) Wasser. So manch einem von Ihnen wird das herrliche Meerwasser danach aus der Hose laufen. Gehen Sie nach dieser Aktion erst einmal zusammen ein- oder zwei Eis essen. Wenn sich dann 50% Ihrer Mitreisenden entschließen, sich die, wie von Manni genannte "Flaura und Flora" anzusehen, dann gehen Sie und die verbleibenden 25% Familienrestbestand erst einmal zum Einkaufen. Ein leckeres Hähnchen darf´s schon mal sein, auch wenn dieses noch von Ihnen (oder jemand anderem) gegrillt werden muss. Ein echtes "DOSENBIERHÄHNCHEN" wird auf dem Grill zubereitet.
Hierfür benötigen Sie:
1 x Dreibockgrill
Holzkohle(5 kg Säckchen)
Anzünder für die Holzkohle (kleine, stinkende weiße Bröckchen)
Holzkohlenanzündegerät (Feuerzeug oder Streichhölzer)
1 x Bierdosenhähnchengrillgestell (sog. "Drunken Chicken Rack")
1 x Gabel
1 x Messerchen (das schwarzgriffige Marmorkuchenfrühstücksmesserchen)
1 x Plastikschneidebrett (weiß und rechteckig)
Desweiteren sind auch wichtig:
1 x Hähnchen (groß, besser eine "Poularde", in durchsichtiger Plastikfolie mit gelbem Styropor-Unterteil verpackt. Hier ist das Unterteil der Verpackung gemeint und nicht das der Poularde!)
1 x Dosenbier (klein, stilecht wäre das belgische "MAES", aknn aber auch eine andere Marke sein, obwohl...)
1 x Hähnchengewürz (aus dem praktischen Hähnchengewürzstreuer)
1 x Paprikapulver (ebenfalls aus einem praktischen Einhandstreuer)
Jetzt kann es eigentlich schon losgehen. Also während Sie aus dem Kühlschrank Ihrer belgischen Kurzurlaubsunterkunft das noch verpackte Geflügel, sowie die Bierdose entnehmen, sollte Ihr mitreisender, ältester Blitusverwandter sich bereits um die Feuerstelle kümmern, auf welcher der Garprozess des zur Zeit noch verpackten "Flattermanns" seinen Verlauf nehmen soll. Also zündet der Stammesälteste unter Zuhilfenahme des Grillanzünders, sowie eines Flammenspenders die Holzkohle im unteren Bereich des Dreibockgrills an. Schleppen Sie neben dem Hähnchen (oder Poularde) und dem Dosenbier, noch das Kunststoffschneidebrettchen, sowie das nagelneue Bierdosenhähnchengrillgestell zu dem ovalen Plastiktisch, an welchem Sie Platz nehmen. Also Sie sitzen, und das ist schon mal gut. Zerreißen Sie jetzt, wie immer mit bloßen Händen die Geflügelverpackung, entnehmen deren Inhalt und rufen wie Chefkoch Peter L. entsetzt: "Iiih, iiih, hat noch Popo. Das ess ich nicht!" Also säbeln auch Sie den "Bürzel" mit dem stumpfen Messerchen irgendwie ab. Auch ein "Aua, igitt", wie es Peter L. vernehmen ließ, könnte man von Ihnen während dieser Aktion hören. Derweil sollte das am Grill tätige, männliche Familienmitglied schon das Dreibockgestell über dem Holzkohlegefüllten und bereits heißen Grilluntereil postiert haben. Reissen und schneiden Sie so gut es geht, das überschüssige Fett vom Grillgut und benutzen dabei wiederum Peter Ludolfs Worte: "Ach du Scheisse, der war ziemlich fett, der junge Mann, doer das junge Mädchen...". Jetzt wird der entfettete junge Mann (oder das junge Mädchen) auf das weiße Plastikschneidebrettchen gelegt und mit Hähnchengewürz, sowie Paprikapulver halbwegs schmackhaft gemacht. Vor allem muss Geflügel innen gut gewürzt sein, wie bei diesem Vorgang Uwe Ludolf sagte.
Somit werden dann zwei Personen bei der "Würzung" benötigt und das Hähnchen (oder die Poularde) auf den Kopf gestellt (also dahin, wo mal der Kopf war). Einer hält das Tier mit gespreizten Beinen (hier sind die Beine des Geflügels gemeint !!), und der zweite "Würzer" tobt sich mit dem Paprikapulver und der Hähnchengewürzmischung aus. Fertig! Schnell die Beirdose geöffnet und erst einmal die Hälfte davon trinken. Übrigens muss es nicht unbedingt, wie bei Peter und Uwe, Dosenbier der Marke "MAES" sein. In Belgien gibt es ungefähr 1.000 (!) Biersorten, die in ca. 120 Brauereien hergestellt werden (die Saufen, die Belgier...). Nun die halbvolle Bierdose in den dafür vorgesehnen Halter im Bierdosenhähnchengrillgestell geben, das gewürzte Geflügel mit der "Hinterseite" desgleichen über die Büchse stülpen und ab damit auf den Grillrost. Jetzt kann das Ding schaukeln und wird nach belieben mit Paprikapulver solange "eingepudert", bis es aussieht wie ein braungebranntes Modell, mein jedenfalls Uwe Ludolf. Irgendwann werden die beiden familieneigenen Vogelbeobachter wieder von ihrer Erkundungstour aus den Dünen zurück sein und ihr "jüngster" wird beim Anblick des von Ihnen gegrillten Vögelchens entsetzt sein. Nach dessen Ausruf. "Was soll das da sein?", können Sie ihm locker entgegnen: "Ein Bierhähnchen!". Auf die Ausführung des des Vogelkundlers Manni: "Das geht doch nicht! Erst macht ihr das arme Huhn besoffen, dann schlachtet ihr das, dann pumpt ihr es noch mit Bier voll. Das Huhn hier, welches ihr noch essen wollt, das wird euch nie wieder vertrauen, Nie wieder!", antworten Sie gelassen wie Chefkoch Peter Ludolf:" Das soll uns auch nicht Vertrauen, das soll uns erst mal schmecken". Somit beenden Sie die Diskussion und schieben jegliche Schuldzuweisung auf Ihren ältesten Bruder, der das, mittlerweile fast schwarz gebrannte Dosenbierhähnchen dann auch ganz alleine isst....